März 2008

Die heutigen Moore in der Schweiz sind ein kleiner Rest eines einst weit verbreiteten Lebensraums. Obwohl die Moore in der Schweiz seit 1987 geschützt sind, nimmt ihr Bestand fortwährend ab. Die WSL hat mögliche Ursachen identifiziert und Gegenmassnahmen ausgearbeitet.

Seit zehn Jahren läuft an der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) ein biologisches Überwachungsprogramm in bundesrechtlich geschützten Moorflächen. In der kurzen Zeit von nur fünf Jahren zeigte sich, dass an vielen Stellen hochmoortypische Arten verschwunden sind und sich nährstofftolerante Arten eingestelllt haben. Damit fallen immer weniger Messpunkte in die Kategorien der Hoch- und Flachmoore (siehe Kasten).

Vergleichbar mit Gletscherschwund

Die gesamtschweizerische, repräsentative Untersuchung der WSL hat drei mögliche Ursachen für den Rückgang der Moore identifiziert:

  • Jahrzehnte alte Drainagen verursachen periodischen Trockenstress. Dies führt zur Austrocknung der Moore.
  • Ungenügende Pflege führt dazu, dass immer mehr Gebiete verbuschen und verwalden.
  • Nährstoffeinträge aus Atmosphäre und Umgebung sowie die Klimaerwärmung schaffen ungünstige Bedingungen für Moore.

Ob die Verluste in der folgenden Fünfjahresperiode gleich bleiben, zu- oder abnehmen, lässt sich heute nicht sicher vorhersagen. Um die Tragweite der Entwicklung aufzuzeigen, hat die WSL eine Fortschreibung für die nächsten 20 Jahre berechnet. Demnach nehmen langfristig die Moorflächen in einer Geschwindigkeit ab, die jener des Gletscherschwundes nahe kommt. Rasch zunehmend ist hingegen der Anteil der nährstoffreichen Flächen.

Massnahmen zum Schutz der Moore

Um den langfristigen Verlust der Moore zu vermeiden, empfiehlt die WSL folgende Massnahmen:

  • Etablierung eines nationalen Netzes von Regenerationsprojekten und Pufferzonen.
  • Landesweite Intensivierung der Pflegemassnahmen (Entbuschung und Schnitt). Die anfallende Biomasse ist so zu verwerten, dass der Erlös einen Teil des Aufwands deckt.
  • Wissenschaftliche Überwachung des Moorschwunds sowie der Wirkung dieser Massnahmen.