Der Schweizer Wald dehnt sich aus, wird naturnaher und erfüllt seine Schutzfunktion: Dies sind Ergebnisse des dritten Landesforstinventars, das den Waldzustand vorwiegend positiv beurteilt.

Die Entwicklung und der Zustand des Schweizer Waldes werden im dritten Landesforstinventar wissenschaftlich beleuchtet. Foto: WSL

Die Schweizer Wälder werden seit bald 30 Jahren wissenschaftlich begleitet: Auf 6500 Probeflächen vermisst die WSL deren Entwicklung und Zustand und errechnet die Stichprobendaten auf die gesamte schweizerische Waldfläche hoch. Umfragen bei den Forstdiensten ergänzen die Erhebung. Das Landesforstinventar (LFI) ist die Grundlage für eine nachhaltige Wald- und Umweltpolitik. Die WSL führt es im 10-Jahres-Rhythmus zusammen mit dem Bundesamt für Umwelt durch.

Der 2010 publizierte dritte Bericht beleuchtet die Resultate der 2004 bis 2006 im Feld erhobenen Daten: Die Holzvorräte haben insgesamt um 3 % zugenommen, und die Schäden durch Holzernte sind um die Hälfte gesunken. Berg- und Wirtschaftswälder sind seit dem letzten LFI naturnaher geworden und die Schutzwälder – rund 36 % der gesamten Waldfläche – dichter und wirksamer.

Auch negative Entwicklungen Die Waldzunahme ist ungleich verteilt, am grössten ist sie in schwer zugänglichen Berggebieten. Im Mittelland reduzierten der Sturm Lothar und die zunehmende Nutzung den Fichtenvorrat fast um ein Viertel. Weil die Wälder dichter werden, werden licht- und wärmeliebende Arten verdrängt. Über ein Drittel der Schutzwälder weist zu wenig Verjüngung auf, gut 15 % der Bestände sind nicht stabil.

Bereits haben die Felderhebungen für das vierte Landesforstinventar begonnen. Für Zwischenauswertungen werden die Daten neu kontinuierlich während neun Jahren erhoben.