Über kaum ein Ökosystem in der Schweiz weiss die Wissenschaft heute so gut Bescheid wie über den Wald. Dies ist unter anderem ein Verdienst des von der WSL mitverantworteten Landesforstinventars. Es liefert wichtige Entscheidungsgrundlage für die schweizerische Wald- und Umweltpolitik.

Die Entwicklung und der Zustand des Schweizer Waldes werden im dritten Landesforstinventar wissenschaftlich beleuchtet. Foto: WSL

Die Schweiz ist zu beinahe einem Drittel bewaldet. Auf dieser Fläche kollidieren immer mehr Ansprüche miteinander. Der Wald ist Lebensraum für Tiere und Pflanzen, Freizeitraum für den Menschen, liefert Holz und schützt vor allem in den Bergen vor Naturgefahren. Um den Forst nachhaltig zu nutzen und schützen, benötigen Politiker, Forschende, Ökologen, Forstpraktiker und die Holzwirtschaft aktuelle und umfassende Daten. Diese liefert das Landesforstinventar (LFI), das von der WSL, einer Forschungsanstalt des ETH-Bereichs, gemeinsam mit der Abteilung Wald des BAFU betreut wird. Zusammen mit anderen Erhebungen bildet das LFI ein nationales Wald-Informationssystem.

Systematische Stichproben in der ganzen Schweiz

Das LFI erfasst Zustand und Veränderungen des Schweizer Waldes. Mit einer systematischen Stichprobeninventur erfassen die Forschenden der WSL in Zusammenarbeit mit lokalen Forstdiensten Daten über Bäume, Baumbestände und Probeflächen. Publiziert werden unter anderem Ergebnisse zu Waldfläche, Stammzahl, Vorrat, Zuwachs, Nutzung und biologischer Vielfalt. Während die WSL für Planung, Datenerhebung, Analyse und wissenschaftliche Interpretation zuständig ist, verantwortet das BAFU die waldpolitische Komponente.

Die Erstaufnahme des LFI erfolgte1983 bis 1985, die zweite Aufnahme 1993 bis 1995 und die dritte Inventur 2004 bis 2006. Seit 2009 und bis 2017 läuft die kontinuierliche Erhebung zum vierten LFI.