Das Paul Scherrer Institut PSI entwickelt, baut und betreibt seit mehreren Jahrzehnten aufwändige Grossforschungsanlagen. Als Dienstleistung stellt das Forschungsinstitut diese Anlagen auch externen Forschenden aus Hochschulen, Forschungsinstituten und der Industrie zur Verfügung – für Forschende in der Schweiz die einzige Möglichkeit solche Experimente im Inland durchzuführen.

Das Innere der SLS-Halle am PSI. Foto: PSI

Das zum ETH-Bereich gehörende PSI verfügt über grosse und komplexe Forschungsanlagenfür Untersuchungen in Physik, Chemie, Biologie, Medizin, Materialwissenschaften sowie Energie- und Umwelttechnik. Dazu gehören die Neutronenquelle SINQ, die Synchrotron Lichtquelle Schweiz SLS und die Myonenquelle SμS. Die Anlagen sind in der Schweiz einzigartig, da ihr Betrieb sehr komplex und aufwändig ist. Forschende vieler Disziplinen aus Hochschulen und anderen Forschungseinrichtungen können mithilfe von Experimente an den Grossanlagen des PSI entscheidende Erkenntnisse für ihre Forschung gewinnen und haben dadurch oftmals einen Wettbewerbsvorteil. Das PSI bietet als Nutzerlabor nicht nur Zugang zu seinen Anlagen. Genauso wichtig ist die professionelle Betreuung der externen Wissenschafterinnen und Wissenschafter, durch sehr erfahrene Instrumentenbetreuer, die ihre komplexen Geräte exakt auf die Bedürfnisse der Nutzer einstellen können.

Grosse Nachfrage nach Messzeit

Rund 4560 Arbeitsbesuche verzeichnete das PSI 2010. Davon erfolgten 1141 Besuche von Forscherinnen oder Forschern aus der Schweiz. Total wurden etwa 1755 Experimente durchgeführt. Dabei ist die Nachfrage nach Messzeit höher als die zur Verfügung stehende Zeit. Deshalb müssen die Forschenden einen Antrag einreichen. Nur die besten Anträge erhalten Experimentierzeit. Die meisten Schweizer Nutzer kommen von der ETH Zürich und der Universität Zürich, dicht gefolgt von der EPFL. Aber auch Forschende aus den Universitäten in Basel, Bern, Freiburg, Genf, Lausanne und Neuenburg sind Stammgäste am PSI. Die forschende Schweizer Pharmaindustrie hat eigene Messplätze an den Grossanlagen finanziert und kommt ebenso regelmässig ans PSI wie andere Schweizer Unternehmen, die es aus Wettbewerbsgründen jedoch vorziehen ungenannt zu bleiben.