Das Oekotoxzentrum von Eawag und EPFL ist eine praxisorientierte Drehscheibe zwischen Wissenschaft und Praxis. Sein Ziel ist, die Auswirkungen von Chemikalien auf die Umwelt zu erkennen, die Risiken zu beurteilen und zu minimieren.

Gewässerbewertung: Zur Bewahrung einer ausreichenden Qualität der Gewässer sollte zum einen der Eintrag chemischer Substanzen minimiert, zum anderen die natürliche Ausdehnung der Gewässer soweit als möglich bewahrt und möglichst eine genügende Wassermenge und naturnahe Wasserführung gewährleistet werden. Foto: Oekotoxzentrum

Was passiert, wenn Nanopartikel aus Fassadenfarben ausgewaschen werden? Welche Mikroverunreinigungen aus Alltagsprodukten wie Reinigungs- und Körperpflegemitteln, Medikamenten oder Pflanzenschutzmitteln gefährden die Gewässer? Mit solchen Fragestellungen der angewandten Forschung befasst sich das Schweizerische Zentrum für angewandte Ökotoxikologie (kurz: Oekotoxzentrum) in Dübendorf ZH, das gemeinsam von der Eawag und der EFPL getragen wird.

Brücke zwischen Forschung und Praxis

Das Ziel der rund 15 Mitarbeitenden des Oekotoxzentrums ist, die Effekte von Chemikalien auf aquatische und terrestrische Systeme zu eruieren, zu beurteilen und auf die Risiken aufmerksam zu machen. Mit seinen Schwerpunkten in Wissensmanagement, Wissens- und Technologietransfer schlägt es eine wichtige Brücke zwischen Forschung und Anwendung. Das Oekotoxzentrum nimmt eine Drehscheibenfunktion wahr und bringt Experten aus Praxis und Wissenschaft zusammen. Mit eigenen umsetzungsorientierten Projekten und in wissenschaftlichen Zusammenarbeiten werden Lücken in der angewandten Ökotoxikologie gefüllt.

Frühwarnsystem

Der aktive Dialog mit Stakeholdern aus Wirtschaft und Wissenschaft hilft, aktuelle Probleme frühstmöglich zu erkennen und zu ihrer Lösung beizutragen. Ein wichtiges Ziel des Oekotoxzentrums ist, sein Expertenwissen weiterzugeben und so Handlungskompetenzen zu vermitteln. Daher bietet es Dienstleistungen für Behörden und Dritte an, engagiert sich in der Aus- und Weiterbildung und macht die gewonnenen Informationen zugänglich.

Der Hauptsitz des Oekotoxzentrums ist an der  Eawag, dem Wasserforschungs-Institut des ETH-Bereichs, in Dübendorf ZH. Der zweite Standort mit Schwerpunkt terrestrische Ökotoxikologie befindet sich an der EPFL in Lausanne. Das Oekotoxzentrum wurde im Jahre 2008 im Auftrag von Bundesrat und Parlament gegründet.