Das Swiss Plasma Center SPC an der EPFL ist national und international eine wichtige Drehscheibe für die Entwicklung der kontrollierten Kernfusion zu einer nutzbaren Energiequelle.

SPC-Standort Lausanne. Foto: Christian Schlatter/SPC

Das SPC gehört zur Fakultät für Grundlagenwissenschaften der EPFL. Es beschäftigt rund 130 Personen, davon 110 in Lausanne und 20 am PSI in Villigen AG. Im Auftrag des Bundes wirkt das SPC seit Jahren am europäischen Forschungsprogramm zur Entwicklung eines Kernfusionsreaktors mit. In dieser zentralen Aufgabe fokussiert es auf Experimente vom Typ Tokamak – ein Fusionsreaktor, bei dem das heisse Plasma in einem Torus von Magnetfeldspulen eingeschlossen wird.

Kernfusion hat grosses Potenzial

Es gibt zwei grundlegend verschiedene Wege Energie aus Kernreaktionen zu gewinnen. Der eine ist, wie in den heutigen Kernkraftwerken schwere Atome (z. B. Uranium) zu spalten. Beim anderen werden Isotope des Wasserstoffs (Deuterium und Tritium) zu Helium verschmolzen – die sogenannte Kernfusion. Dabei werden Prozesse nachgeahmt, die auf der Sonne ablaufen und dafür verantwortlich sind, dass diese Energie abstrahlt.

Die kontrollierte Kernfusion könnte in der Zukunft zu einer wichtigen neuen Energiequelle werden – insbesondere angesichts der wachsenden Skepsis gegenüber der Kernspaltung. Gegenüber anderen Quellen hat die Kernfusion wesentliche Vorteile. Die Grundbrennstoffe sind nicht radioaktiv und weltweit reichlich vorhanden. Ein Reaktorunfall mit katastrophalen Folgen ist nicht zu befürchten. Im Reaktor selbst ist jeweils nur eine sehr kleine Brennstoffmenge vorhanden und bei Kontrollverlust kommt die Fusionsreaktion sofort zum Erliegen. Zudem ist das Problem radioaktiver Abfälle begrenzt und die Kernfusion ist wie die Kernspaltung CO2-neutral.

Wichtige Beiträge zu Forschung und Lehre

In der Grundlagenforschung und Lehre auf dem übergreifenden Gebiet der Plasmaphysik ist das SPC seit 1961 aktiv. 1994 stiess die damalige Forschungsgruppe in Fusionstechnologie des PSI dazu. Neben Forschung und Lehre in Plasmaphysik leistet das Institut wichtige Beiträge beim Erarbeiten von spezifischem Fachwissen und beim Technologietransfer.