März 2009

Der Gebäudepark Schweiz ist für rund die Hälfte des gesamten Schweizer Energieverbrauchs verantwortlich – und damit für den entsprechenden CO2-Ausstoss. Will man diesen senken, müssen vor allem Altbauten auf Energie-Effizienz getrimmt werden.

Forum Chriesbach, das energieffiziente Hauptgebäude der Eawag in Dübendorf. Foto: Peter Rüegg/ETH Zürich

Erstellung, Betrieb und Unterhalt aller Häuser hierzulande sind für rund die Hälfte des gesamten Energieverbrauchs der Schweiz verantwortlich. Dies soll sich in Zukunft ändern: Die Eidgenössische Energieforschungskommission will, dass bis im Jahr 2050 alle rund 1,6 Millionen Gebäude in der Schweiz ohne fossile Brennstoffe beheizt werden, um so den Gesamtenergieverbrauch um die Hälfte zu senken.

Minergie-Obligatorium bei Neubauten

Technologien für CO2-optimierte Gebäude wären vorhanden. Standards wie Minergie und Minergie- P (siehe Kasten), müssten lediglich umgesetzt, das heisst, bei Neubauten obligatorisch werden. Doch weil Neubauten nur selten ältere Gebäude mit hohem Energiebedarf ersetzen, führen sie nicht zu einem geringeren Gesamtenergieverbrauch. Wird dagegen ein Gebäude aus den 1970er-Jahren gemäss Minergiestandard saniert, verbraucht es danach für Heizung und Warmwasser viermal weniger Energie.

1,4 Mio. Altbauten fressen zu viel Energie

Insgesamt müssten rund 1,4 Millionen Gebäude in der Schweiz entweder abgerissen oder saniert werden. Hierfür erarbeitet die Empa gemeinsam mit ihren Partnern aus dem ETH-Bereich – dem Paul Scherrer Institut, der ETH Zürich und der ETH Lausanne (EPFL) – sowie mit Schweizer Fachhochschulen (beispielsweise innerhalb des Kompetenzzentrums «Energie und Mobilität», CCEM-CH) energieeffiziente Sanierungskonzepte und -technologien:

1. Energienutzung. Für Niedertemperaturwärme (Heizung und Warmwasser) müssen erneuerbare Energien fossile Energieträger ersetzen, so etwa durch Sonnenkollektoren oder durch Nutzung von Umgebungs- und Abwärme.

2. Systemanalyse. Im Projekt Retrofit wurde eine hochdämmende Gebäudehülle entwickelt, in die Anlagen zur Nutzung von Sonnenenergie und für die Komfortlüftung integriert sind. Der Energieverbrauch eines 50-jährigen Mehrfamilienhauses konnte mit dieser Hülle auf 10 Prozent des bisherigen Werts gesenkt werden.

3. Material- und Komponentenentwicklung. Kompakte Hochleistungs-Isolationskomponenten wie Vakuumfenster, Aerogele und chemische Wärmespeicher, speichern die Sommerhitze möglichst verlustfrei für kältere Perioden.