2016 betrug der Anteil der Mobilität an der verbrauchten Endenergie in der Schweiz 36 %. Entsprechend hoch gewichten auch die Institutionen des ETH-Bereichs das Thema. Sie ergriffen deshalb in den vergangenen Jahren zahlreiche Massnahmen, um den entsprechenden Energieverbrauch und die damit erbundene Umweltbelastung zu senken.

Obwohl der grösste Bedarfsträger für Energie im ETH-Bereich die Forschungsaktivitäten sind, die an einem knappen Dutzend Grossforschungsanlagen betrieben werden, haben die Institutionen bezüglich Umweltbelastung und Energieverbrauch seit Langem ein Auge auf die Mobilität. Im Vordergrund stehen dabei die drei strategischen Stossrichtungen Erfassen, Steuern und Vermeiden. Die Institutionen haben entsprechend ihren Standorten und den unterschiedlichen Bedürfnissen eigene Mobilitätsmanagementsysteme aufgebaut und in den vergangenen Jahren zahlreiche Massnahmen für eine nachhaltigere Mobilität ergriffen.

Bis zu 50 000 Menschen bewegen sich während der Semester auf den verschiedenen Campusanlagen in Zürich Zentrum und auf dem Hönggerberg (ETH Zürich) sowie in Ecublens (EPFL). Mit dem starken Wachstum der Studierenden und Mitarbeitenden der letzten Jahre erhöht sich auch der Druck auf die Zubringerkapazitäten. Zielführend ist deshalb die Förderung des studentischen Wohnens nahe des oder auf dem Campus, des öffentlichen Verkehrs (durch Abgabe von vergünstigten Abonnements) und des Langsamverkehrs (zu Fuss und mit dem Velo). Zu letzterem leistete z.B. die Eawag beim Neubau des Bahnhofs Stettbach mit einem eigenen, für die Mitarbeitenden von Empa und Eawag reservierten und abgeschlossenen Veloabstellraum einen spezifischen Beitrag.

Die ETH Zürich hat im April 2016 eine Mobilitätsplattform initiiert, um die nachhaltige Mobilität zu fördern und die CO2-Emissionen zu reduzieren. Schwerpunkte sind Campusmobilität, Flugreisen, Logistik und hindernisfreie Mobilität. Um die Treibhausgasemissionen durch Flugreisen zu reduzieren, beschloss sie, dass die Departemente Reduktionsziele mit Massnahmen erarbeiten. Im Bereich ampusmobilität gibt es z. B. verstärkte Angebote für E-Bikes sowie die Verdichtung des Fahrplans der von der ETH Zürich betriebenen Verbindung Zentrum–Hönggerberg mit einem dritten Bus.

Ähnliches geschah auch am PSI, wo die Anbindung mittels Direktlinien (Brugg–PSI und Siggenthal- Würenlingen–PSI) weiter verbessert wurde. Der Campus der EPFL in Ecublens ist wie die benachbarte Universität Lausanne vor allem mit der lokalen «Metro» erreichbar. Diese operiert zu Spitzenzeiten jedoch an ihrer Kapazitätsgrenze. Dennoch erhöhte die EPFL 2016 die Parkplatzgebühren um 260 % und führte ein innovatives Parkplatzbewirtschaftungssystem ein, das über eine Smartphone-Applikation läuft. Die Erträge sollen Projekten im Umweltbereich zugute kommen. Auf dem Areal der Empa und der Eawag in Dübendorf wurden 2017 die Parkplatzgebühren ebenfalls deutlich erhöht: die Tages-Parkplatzgebühr von 1,50 CHF auf 4 CHF (ab 2017) und die Jahresgebühr schrittweise um 50 % (2017) bzw. ab 2018 um 100 % auf 600 CHF.

Was an der EPFL seit Jahren gut funktioniert, entwickelt das PSI seit 2016 ebenfalls kontinuierlich weiter: Ein Mobilitätsmonitoring, das u. a. auch die Auswertung von Flugreisen ermöglicht. Dem Thema wird von allen Institutionen vermehrt Aufmerksamkeit gewidmet, weil der durch Flugreisen verursachte CO2-Ausstoss inzwischen denjenigen, der vom Heizen und Kühlen der Gebäude herrührt, überschritten hat. Schwerpunkt der Massnahmen bilden Konzepte zur Vermeidung und ompensation. 2017 erweiterte das PSI dafür das Videokonferenz-Angebot und baute eine Plattform zur Förderung von Fahrgemeinschaften auf.

An der WSL wird seit 2017 der gesamte CO2-Ausstoss des Vorjahres (Gebäude, Strassenverkehr, Flugreisen) kompensiert. An der Empa sind die Abteilungsleitenden seit 2017 berechtigt, in ihrem Bereich CO2-Kompensationen für Flugreisen zu verlangen, entweder über Angebote der Fluggesellschaften oder z. B. von myclimate. Auf dem Empa-/Eawag-Areal in Dübendorf sieht der 2017 überarbeitete Masterplan vor, dass Autos in Zukunft in bewirtschafteten Parkhäusern am Rande des Areals