Mai 2011
Visualisierung eines Computermodells einer Nervenzelle aus der Grosshirnrinde einer Ratte. Sichtbar sind der Zellkörper und dessen dendritische wie axonale Verzweigungen. Hell leuchtend sind weiterhin so genannte «spines» zu sehen, über welche diese Zelle mit anderen Zellen (nicht gezeigt) im Hirngewebsmodell des Blue Brain synaptische Verbindungen eingeht. © EPFL/BBP

Das Forschungsprojekt Blue Brain an der EPFL hat zum Ziel, das menschliche Hirn Neuron für Neuron nachzubauen. Mit diesem Ansatz wollen die Forschenden neue Therapien für Krankheiten des Nervensystems sowie neue Computertechnologien entwickeln. Die Europäische Kommission hat das „Human Brain Project“, das auf dem Blue Brain-Projekt aufbaut, sowie fünf weitere Projekte eingeladen, einen Vollantrag als FET-Flaggschiffprojekt auszuarbeiten (FET11-Konferenz, Budapest, 6. Mai 2011).

Das Projekt Blue Brain ist eines der drei grossen Forschungsinfrastrukturprojekte in der Strategischen Planung 2012-2016 des ETH-Rats. Es wurde vom Staatssekretariat für Bildung und Forschung SBF in die Schweizer Roadmap für Forschungsinfrastrukturen aufgenommen, die der Bundesrat zur Kenntnis genommen hat.

Im Hinblick auf die im Rahmen der BFI-Botschaft 2013–2016 vorzunehmende Priorisierung der Forschungsinfrastrukturen wurde der ETH-Rat vom SBF beauftragt, eine internationale Begutachtung des Projekts Blue Brain durchzuführen. Der ETH-Rat hat an seiner Sitzung vom 18./19. Mai 2011 vom Evaluationsbericht der internationalen Expertengruppe sowie die Stellungnahme der EPFL zur Kenntnis genommen. Das SBF hat danach die Veröffentlichung der beiden Dokumente durch den ETH-Rat beschlossen.