Seit der strategischen Planung des ETH-Rats im Jahre 2011 sind Umfeld und Herausforderungen für den ETH-Bereich wie für den gesamten Bildungs-, Forschungs- und Innovationsplatz Schweiz erheblichen Veränderungen unterworfen.

Zwar befinden wir uns im internationalen Vergleich nach wie vor in einer Position der Stärke – nicht zuletzt dank der hohen Qualität von Lehre und Forschung, der internationalen Ausrichtung, der soliden Finanzierung durch die öffentliche Hand sowie den berechenbaren wissenschaftspolitischen Rahmenbedingungen, unter denen der ETH-Rat bisher strategisch agieren konnte und welche unser Land im internationalen Standortwettbewerb in besonderem Masse auszeichnen.

Es sind gerade diese Erfolgsfaktoren, denen es heute besonders Sorge zu tragen gilt angesichts der Herausforderungen des ETH-Bereichs in den kommenden Jahren: Wie stellen wir die Qualität und Weiterentwicklung der forschungsbasierten Ausbildung sicher bei nach wie vor steigenden Studierendenzahlen? Können wir unsere langfristig ausgerichteten Forschungsschwerpunkte und Infrastrukturprojekte tatsächlich wie geplant realisieren, und sind die notwendigen Mittel vorhanden, um in die neuen, für die Schweiz zukunftsträchtigen Forschungsgebiete zu investieren? Bleibt der Zugang des ETH-Bereichs zu internationalen Forschungsprogrammen und den besten Talenten aus dem In- und Ausland gewährleistet?

Vor diesem Hintergrund und aufbauend auf den strategischen Schwerpunkten der aktuellen Leistungsperiode hat der ETH-Rat in seiner Strategischen Planung 2017–2020 die Ziele des ETH-Bereichs weiterentwickelt und namentlich vier prioritäre Erfolgspositionen definiert: die erstklassige forschungsbasierte Lehre mit optimaler Betreuung; die Forschungsinfrastrukturprojekte von nationaler Bedeutung; die strategischen Fokusbereiche in der Forschung als Beiträge zur Bewältigung grosser gesellschaftlicher Herausforderungen sowie – als vierter zentraler Erfolgsfaktor – der ETH-Bereich als attraktiver Arbeitgeber für talentierte, verantwortungsbewusste und motivierte Mitarbeitende auf allen Stufen.

Durch optimalen Ressourceneinsatz und Diversifizierung der Mittel steigert der ETH-Bereich seinen Handlungsspielraum und vertraut darauf, dass der Bund seinerseits eine gesicherte und kontinuierliche Grundfinanzierung sicherstellt, die sich auch an den stetig steigenden Anforderungen von Gesellschaft, Politik und Wirtschaft an den ETH-Bereich ausrichtet. Diese Grundlage ist für die Erfüllung des Leistungsauftrags und für die Qualität und Unabhängigkeit von Lehre und Forschung unerlässlich.

Während das Parlament für die aktuelle Leistungsperiode dem ETH-Bereich noch ein Erstmittelwachstum von jährlich durchschnittlich 3,9 % zugesprochen hatte, ist der ETH-Rat zuversichtlich, dass der ETH-Bereich selbst mit einem reduzierten Zuwachs von jährlich 3,5 % für die Jahre 2017–2020 den Bildungs- und Forschungsraum Schweiz im zunehmend härteren globalen Wettbewerb weiter stärken kann. Damit wird es möglich sein, in Ergänzung zum Grundauftrag gezielte Investitionen vorzunehmen in für die Schweiz besonders aussichtsreiche Forschungsvorhaben (z. B. «Personalisierte Medizin und Medizintechnologien», «Big Data und Digitale Wissenschaften») und so wichtige zusätzliche Impulse für unseren Wissens-, Innovations- und Werkplatz zu erzeugen.

Die beantragten Mittel des Bundes sind bedeutend. Der ETH-Bereich erachtet es dabei als Auftrag und Verpflichtung zugleich, die anvertrauten Mittel effizient, nachhaltig und verantwortungsvoll einzusetzen. Der ETH-Rat ist sich der damit verbundenen grossen Verantwortung bewusst. Sie zeugt auch vom grossen Vertrauen von Behörden, Politik und Gesellschaft in die Institutionen und Mitarbeitenden des ETH-Bereichs.

Dieses Vertrauen wollen wir uns auch in der kommenden Leistungsperiode stets von Neuem erarbeiten. Dies im gemeinsamen Bestreben, durch Exzellenz in Forschung, Lehre und Wissens- und Technologietransfer die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes nachhaltig zu stärken und einen Beitrag zu leisten zur Bewältigung der drängendsten Herausforderungen unserer Zeit – im Dienste der Gesellschaft und zum langfristigen Erhalt der Lebensgrundlagen in der Schweiz und weltweit.