Der ETH-Bereich nimmt im Bereich Energie eine Vorbildfunktion ein. Als Mitglied der Gruppe «Energie-Vorbild Bund» strebt er bis 2020 eine Steigerung der Energieeffizienz um 25 Prozent an. Der Jahresbericht 2016 zeigt auf, wo der ETH-Bereich heute steht und welche Massnahmen ergriffen werden, um die Energieeffizienz weiter zu steigern.

Die Ermittlung der Energieeffizienz im ETH-Bereich erfolgt nach den Vorgaben des Greenhouse Gas Protocols (GHG Protocol), des am meisten verwendeten internationalen Messstandards für die Ermittlung von Emissionen von Unternehmen und der öffentlichen Hand. Die für den ETH-Bereich erhobene Energieeffizienzkennzahl umfasst den gesamten Energieverbrauch des ETH-Bereichs einschliesslich sämtlicher Lehr- und Forschungsaktivitäten sowie der gesamten Infrastruktur inklusive der besonders energieintensiven Grossforschungsanlagen. Für die Ermittlung der Energieeffizienzkennzahl wird der Energieverbrauch je nach Institution des ETH-Bereichs in Beziehung gesetzt mit unterschiedlichen Bezugsgrössen: Vollzeitäquivalente (FTE*), Energiebezugsfläche**, Anzahl Instrumententage*** und Patientenbehandlungen (am Zentrum für Protonentherapie des PSI).

Diese Messung der Energieeffizienz anhand einiger weniger Bezugsgrössen bildet die Leistungen des ETH-Bereichs bei der Verbesserung der Energieeffizienz allerdings nur unvollständig ab. Das eigentliche Endprodukt des ETH-Bereichs ist Wissen in Form von Lehre und Forschung. Die tatsächliche Energieeffizienz, die durch dieses Wissen erzielt werden kann, lässt sich aber weder quantitativ noch qualitativ befriedigend erheben. Des Weiteren ist für die Forschung ein erheblicher Energieaufwand in Form von Rechenleistung, Labortechnik und Prüfmaschinen erforderlich. Die  aus Forschungsergebnissen folgenden technischen Entwicklungen führen oftmals zu einer markanten Steigerung der Energieeffizienz in der Industrie – die Verbesserung fällt somit letztlich ausserhalb des ETH-Bereichs an.

 

* Um die durchschnittliche Umweltbelastung des ETH-Bereichs pro Kopf ermitteln zu können, wurden die FTE des Personalwesens um die Anzahl der Studierenden und Gäste des ETH-Bereichs ergänzt. Diese werden mit einem reduzierten Faktor (kleiner als 1 pro Person) eingerechnet.

** Die Energiebezugsfläche ist die Summe aller unter- und oberirdischen Bruttogeschossflächen, für deren Nutzung ein Beheizen oder Klimatisieren notwendig ist. Die Schlüsselkennzahl Energieverbrauch zeigt den Gesamtverbrauch an Wärme und Strom sowohl für Gebäude als auch für den Lehr- und Forschungsbetrieb. Die sogenannte Energiekennzahl (MJ pro m2 und Jahr) wird zum Vergleich von Gebäuden gleicher Nutzung verwendet.

*** Die Instrumententage lassen sich errechnen aus der Anzahl Messinstrumente, die gleichzeitig an einer Grossforschungsanlage (z.B. Protonenbeschleuniger) für Experimente zur Verfügung stehen, multipliziert mit der Anzahl Tage pro Jahr, an denen die Forschungsanlage in Betrieb ist.