Rückblick Finanzen

Finanzierungs- und Jahresrechnung

Der ETH-Bereich wird überwiegend (86 %) über direkte (Trägerfinanzierung; 71 %) und indirekte Beiträge des Bundes (15 %) finanziert. Für die BFI-Periode 2017–2020
steht ein Zahlungsrahmen von max. 10'337,8 Mio. CHF zur Verfügung. Die Kredite überstiegen 2017 mit 2'530,8 Mio. CHF das Vorjahr. Somit stehen dem ETH-Bereich in
der BFI-Periode 2017–2020 voraussichtlich 10'148,2 Mio. CHF zur Verfügung. Die an den Zahlungsrahmen angerechneten Kredite decken den Finanzbedarf für die Grundausstattung für Lehre und Forschung wie auch den Anteil an den Bauinvestitionen für die vom ETH-Bereich genutzten Immobilien im Eigentum des Bundes ab. Neben der direkten Trägerfinanzierung deckt der Bund indirekt über die kompetitiven Forschungsbeiträge weitere 15 % der Finanzierung des ETH-Bereichs ab.

Die Jahresrechnung des ETH-Bereichs umfasst Erfolgsrechnung, Bilanz, Geldflussrechnung, Eigenkapitalnachweis und den Anhang. Erstellt wird sie in Übereinstimmung mit den International Public Sector Accounting Standards (IPSAS) und gemäss den Vorgaben der Verordnung über das Finanz- und Rechnungswesen des ETH-Bereichs. Die Institutionen des ETH-Bereichs gehören weltweit zu den ersten Hochschulen und Forschungsanstalten, deren Jahresrechnungen in Übereinstimmung mit IPSAS erstellt und testiert wurden.

Die Rechnung 2017 schloss mit einem Jahresergebnis von 209 Mio. CHF ab. Dies entspricht einem Rückgang von 80 Mio. CHF (– 28 %). Die Abnahme ist hauptsächlich eine Folge des um 6 % gestiegenen operativen Aufwands, dem ein geringeres operatives Ertragswachstum von knapp 3 % gegenübersteht. Zur Herleitung des Jahresergebnisses müssen das operative Ergebnis, das Finanzergebnis sowie der Erfolg der assoziierten Einheiten berücksichtigt werden.

Die Bilanzsumme erhöhte sich per Ende 2017 von 5041 Mio. CHF auf 5837 Mio. CHF insbesondere durch den Anstieg bei den Sachanlagen und – aufgrund des erstmaligen Ausweisens – bei den Beteiligungen an assoziierten Einheiten sowie aus Forderungen. Bei letzteren kam es zudem zu einer starken Verlagerung innerhalb des Anlagevermögens und zu einer Erhöhung im Umlaufvermögen insgesamt. Bei den Passiven kam es zu einer massiven Verlagerung innerhalb des Fremd- und Eigenkapitals, als Folge des Rückgangs der Nettovorsorgeverpflichtungen im Fremdkapital und der entsprechenden Erhöhung im Eigenkapital. Die Auswirkungen der im Vergleich zum Vorjahr veränderten versicherungsmathematischen Annahmen führten zu dieser positiven Veränderung der Bewertungsreserven im Eigenkapital.

Als Folge davon nahm das Eigenkapital um rund 608 Mio. CHF zu und die Nettovorsorgeverpflichtungen im Fremdkapital nahmen ab (– 678 Mio. CHF). Ein weiterer Effekt, der sich auf die Höhe des Eigenkapitals auswirkte, stammt aus der erstmaligen Berücksichtigung von Einheiten in der konsolidierten Rechnung, die von Institutionen des ETH-Bereichs beherrscht oder massgeblich von ihnen beeinflusst werden. Aufgrund der Umsetzung der Übergangsbestimmungen gemäss der Verordnung über das Finanz- und Rechnungswesen des ETH-Bereichs enthalten die subkonsolidierten Abschlüsse – insbesondere der beiden ETH – in den Aktiven und Passiven die Werte inklusive der von ihnen beherrschten und assoziierten Einheiten. Dadurch erhöhte sich die konsolidierte Bilanzsumme des ETH-Bereichs insgesamt um weitere 148 Mio. CHF im Eigenkapital. Der Anstieg in den freien und zweckgebundenen Reserven vervollständigigt den Zuwachs im Eigenkapital um insgesamt 1,1 Mrd. CHF gegenüber 2016.

Fazit: Die wichtigsten Veränderungen in der Jahresrechnung 2017, sowohl in der Erfolgsrechnung als auch in der Bilanz, hängen vor allem mit Vorgängen nach IPSAS 39 (Nettovorsorgeaufwand und Nettovorsorgeverpflichtungen) zusammen. Ein weiterer wichtiger Effekt, der sich in den Zahlen niederschlägt, kommt aus dem Einbezug der Beteiligungen von beherrschten und assoziierten Einheiten.

 

Rückblick Personal

Weiterhin moderates Wachstum

2017 waren insgesamt 21'490 Mitarbeitende* (2016: 21'054) für die Institutionen des ETH-Bereichs tätig. Der Personalbestand lag per Ende 2017 bei 18'631,6 Vollzeitstellen (FTE) (2016: 18'255,9 FTE). Damit fiel das Wachstum zwar etwas höher aus als 2016, blieb aber im unteren Bereich früherer Wachstumsraten. Dafür knackte der Anteil der Frauen im ETH-Bereich Ende 2017 erstmals die 34%-Marke. Auch bei den Professorinnen und Professoren konnte der Frauenanteil von 13,9% auf 14,9% gesteigert werden; bei den gesamten Ernennungen lag er bei 29,5% und somit über dem Vorjahreswert (24,1%). Der ETH-Bereich ist bestrebt, die Anzahl Frauen in Lehre und Wissenschaft sowie in Führungspositionen zu erhöhen. Zu diesem Zweck führte der ETH-Rat im Berichtsjahr eine Gender-Strategie für die Periode 2017–2020 ein (s. GB 2017, S. 102). Die Anzahl der Lernenden erhöhte sich per Ende 2017 auf 474 (2016: 464).

*Arbeitsverhältnisse

Rückblick Immobilien

Herausforderungen im Immobilienbereich

Das Immobilienmanagement des ETH-Bereichs stand 2017 vor erheblichen Herausforderungen. Das anhaltende Wachstum der Studierenden geht mit einer Zunahme der Anzahl an Professuren einher. Dieser Trend setzt sich absehbar fort und führt zu einem steigenden Bedarf der Erweiterung und Anpassung der räumlichen und technischen Infrastruktur. Ein Sparprogramm sowie ein Effizienzsteigerungsprogramm des Bundesrats betrafen die Mittel für die ETH-Bauten für die Jahre 2019-2021. Dadurch musste die Investitionsplanung angepasst werden, was bereits geplante und laufende Projektierungen im Berichtsjahr beeinflusste. Die Kürzungen können teilweise auch durch Verzögerungen bei laufenden Bauprojekten aufgefangen werden. Der ETH-Bereich stellt sich dabei der Herausforderung, die grundsätzlich hohen Zielsetzungen der Vorbildfunktion des Bundes im Bereich Energie und Nachhaltigkeit zu erfüllen, die Wert- und Funktionserhaltung sicherzustellen sowie weiterhin rechtzeitig geeignete Rahmenbedingungen für Lehre und Forschung bereitzustellen.

Rückblick Umwelt & Energie

Erneuerbare Energie gefördert

Der ETH-Bereich war 2006 bis 2016 Teil des Ressourcen- und Umweltmanagements der Bundesverwaltung (RUMBA). Der Abschlussbericht erschien im September 2017. RUMBA wurde per 2017 vom Bundesrat in einen ständigen Auftrag an die Bundesverwaltung überführt. Die Vergleichbarkeit der Berichterstattung des ETH-Bereichs (s. GB 2017, Abb. 32, S. 114) mit dem Zahlenwerk von RUMBA ist aber weiterhin gewährleistet. Im 2017 erschienenen Jahresbericht 2016 «Energie-Vorbild Bund» des Bundesamts für Energie (BFE) finden sich weitere Angaben zum Engagement der Institutionen im Bereich Energie. Ende 2017 legten die Institutionen dem Bundesrat einen Aktionsplan zur Produktion erneuerbarer Energie für den Eigenbedarf mit Investitionskosten von ca. 120 Mio. CHF bis 2024 vor.