Der ETH-Bereich – eine treibende Kraft der Digitalisierung

Die Digitalisierung wird Wirtschaft und Gesellschaft in den kommenden Jahren tiefgreifend verändern. Auch für die Schweiz stellt dies eine grosse Herausforderung dar. Um diese erfolgreich zu meistern, gilt es, die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen.

Ein Thema, das an Bedeutung gewinnt, ist die Frage nach Risiken und Sicherheit im virtuellen Raum, d. h. nach Cyberrisiken und Cybersecurity. Die Institutionen des ETH -Bereichs messen der Forschung und Lehre im Bereich Cybersecurity seit Jahren hohe Bedeutung bei und sind zentrale Kompetenzträgerinnen und Partner der dafür öffentlichen zuständigen Stellen. Dies gilt ebenso für die Zusammenarbeit mit Privaten. So arbeiten am 2003 gegründeten Zurich Information Security & Privacy Center (ZISC) vier Professuren und zwölf assoziierte Professuren mit ihren Forschungsgruppen in einem «Open Lab» eng mit verschiedenen Industriepartnern zusammen (u. a. IBM, Google, Credit Suisse oder NEC). An der EPFL ist dies u. a. das Security and Cryptography Laboratory (LA SEC). Nicht zuletzt ist Cybersecurity auch ein Schwerpunkt der Aktivitäten am EPFL Innovation Park in Lausanne. In diesem Zusammenhang plant die EPFL 2018, zusammen mit Industriepartnern

Digitalisierung – ein zentrales Thema der vier Strategischen Fokusbereiche des ETH-Bereichs

«Energie» widmet sich nicht nur Fragen der Energieeffizienz, der erneuerbaren Energien, der Impactforschung oder der Nutzung chemischer Prozesse für die Energiegewinnung bzw. -speicherung, sondern auch der Integration der einzelnen Systeme, die einen hohen Grad an Digitalisierung voraussetzt. Zu den realisierten Forschungsplattformen gehören etwa die «Energy System Integration» (ESI)-Plattform auf dem PSI-Areal oder «ehub» der Empa.

«Personalized Health and Related Technologies» (PHRT) verknüpft die wachsende Menge an verfügbaren gesundheitsbezogenen Daten miteinander, um gezieltere Behandlungen zu ermöglichen. So werden z. B. Technologieplattformen aufgebaut, um die grossen Mengen an individualisierten Daten bearbeiten zu können. Diese müssen gemeinsame Standards erfüllen, sodass sie in der klinischen Entscheidungsfindung direkten Nutzen stiften können.

Im Kernbereich der Digitalisierung stehen die «Datenwissenschaften», die Beiträge zum besseren Verständnis und der gezielten Nutzung riesiger Datenmengen für wissenschaftliche Zwecke, aber auch für einen sicheren Umgang mit diesen Daten leisten. Zahlreiche Forschungsgebiete des ETH -Bereichs stützen sich auf die Erkenntnisse der Datenwissenschaften. Deshalb bauten die EPFL und die ETH Zürich gemeinsam das Swiss Data Science Center (SDSC) auf, das Datenwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler mit Forschenden aus den Anwendungsbereichen zusammenbringt. Das SDSC ergänzt und nutzt dabei das Nationale Hochleistungsrechenzentrum CSCS der ETH Zürich mit dem Supercomputer «Piz Daint», der mit 25 Petaflops einer der leistungsstärksten Rechner der Welt ist. Zudem haben die ETH Zürich und die EPFL einen Masterstudiengang in Datenwissenschaften entwickelt, der im Herbst 2017 erfolgreich gestartet ist.

Mit «Advanced Manufacturing» unterstreicht der ETH -Rat die zentrale Rolle des ETH -Bereichs auf dem Gebiet der fortgeschrittenen Fertigungstechnologien für die Schweizer Industrie und KMU. Der Fokusbereich unterstützt inzwischen sieben Projekte, die alle grosses Potenzial für praktische Anwendungen aufweisen und entsprechend mit einem Akzent auf industrielle Nutzbarkeit durchgeführt werden. Diese zählen zu den drei ursprünglichen Schwerpunkten – Freiform-Fertigung kleiner Teile mit hoher Präzision, druckbare Elektronik und nachhaltige Nutzung digitaler Produktionsverfahren.