Die Institutionen des ETH-Bereichs nehmen im Auftrag des Bundes zahlreiche nationale Aufgaben wahr.

Der ETH-Bereich erfüllt neben seinen Kernaufgaben auch zahlreiche nationale Aufgaben. Diese beruhen in vielen Fällen auf einer rechtlichen Grundlage, oder sie sind historisch gewachsene Aktivitäten der Institutionen. Andere Aufgaben des Bundes wurden in der Vergangenheit in den ETH-Bereich integriert und tragen dazu bei, internationale Verpflichtungen zu erfüllen. Als Beispiele sind hier einige dieser Aufgaben genannt.

Der «Atlas der Schweiz» der ETH Zürich ist seit Juni 2016 online verfügbar. Die Online-Version enthält eine Vielzahl an kartografischen Darstellungen, welche die dritte Dimension miteinbeziehen. Es war eine Herausforderung, intuitive Visualisierungen zu realisieren, die für die Benutzer sowohl in 2D- als auch in 3D-Ansicht funktionieren. Entwickelt wurde der «Atlas der Schweiz – online» am Institut für Kartografie und Geoinformation der ETH Zürich, in enger Zusammenarbeit mit den Bundesämtern für Landestopografie, Statistik und Umwelt sowie mit rund 70 weiteren Institutionen.

Das Swiss Plasma Center SPC an der EPFL ist national und international eine wichtige Drehscheibe für die Entwicklung der kontrollierten Kernfusion zu einer nutzbaren Energiequelle.

Im November 1996 wurde am Zentrum für Protonentherapie des PSI der weltweit erste Krebspatient mit einem neuen Bestrahlungsverfahren behandelt: der sogenannten Spot-Scanning-Technik für Protonenstrahlen. Bei dieser Technik rastert ein dünner Protonenstrahl Tumore im Körperinneren präzise ab und zerstört so die Tumorzellen bei gleichzeitiger Schonung des umliegenden gesunden Gewebes. Die von PSI-Forschenden entwickelte Methode war damals ein Durchbruch in der Strahlentherapie und wurde rasch zum Erfolgsprodukt: Heute ist Spot-Scanning weltweit das Standardverfahren in der Protonentherapie. Am Zentrum für Protonentherapie des PSI wurden in den letzten 20 Jahren über 1 200 Krebspatienten routinemässig und sehr erfolgreich damit behandelt.

Mit der Änderung der Waldverordnung, die per 1. Januar 2017 in Kraft trat, ist eine langjährige Tätigkeit der WSL neu zur nationalen Aufgabe geworden: Die Waldreservatsforschung – genau genommen die langfristigen Entwicklungsprozesse in Naturwaldreservaten – ist neu eine gesetzliche Verpflichtung, welche die WSL und das BAFU gemeinsam erbringen. Der Bund möchte damit seine Reservatspolitik überprüfen. Im Rahmen seiner Strategie «Waldbiodiversität» unterstützt er seit 1991 die Schaffung von Naturwaldreservaten. Diese sind und bleiben auch einzigartige Freilandlaboratorien, in denen zum Beispiel Fragen zu Waldentwicklung und Biodiversität untersucht werden können.

Die Empa betreut gemeinsam mit dem Bundesamt für Umwelt das Nationale Beobachtungsnetz für Luftfremdstoffe. Die Messungen an 16 Standorten in der ganzen Schweiz dienen sowohl der Früherkennung problematischer Luftschadstoffe als auch der Erfolgskontrolle der schweizerischen Umweltpolitik.

Im Auftrag der Abteilung Strahlenschutz des Bundesamts für Gesundheit (BAG) überwacht die Eawag mit ihrem Gamma-Labor kontinuierlich die Radioaktivität in aquatischen Systemen und beteiligt sich zusammen mit der WSL und dem BAFU an der nationalen Daueruntersuchung der schweizerischen Fliessgewässer (NADUF). NADUF verfolgt die Entwicklung der Wasserinhaltsstoffe in ausgewählten Schweizer Flüssen.