Dr. Fritz Schiesser (Foto: Elisabeth Real)

31 293. So viele Studierende und Doktorierende waren 2017 an einer der beiden ETH eingeschrieben. Das sind 1000 mehr als im Vorjahr und 10 000 mehr als noch vor zehn Jahren. Studieren im ETH-Bereich erfreut sich beim Schweizer Nachwuchs einer stets wachsenden Beliebtheit. Und das ist gut so. Unsere Industrie, KMU und Behörden sind auf hervorragend ausgebildete Mitarbeitende angewiesen. Sei dies im Bauwesen, in der Informatik, der Landwirtschaft, der Pharmabranche oder auch in der Maschinenindustrie. Der ETH- Bereich bildet diese dringend benötigten Fachkräfte aus. In bestimmten Disziplinen wie Maschinenbau oder Elektrotechnik ist er schweizweit sogar der einzige Ausbildner auf universitärer Stufe. Jahr für Jahr schliessen über 4000 Personen ihren Master oder ihr Doktorat an einer der beiden ETH ab und stehen dem schweizerischen Arbeitsmarkt zur Verfügung oder gründen immer öfter eine eigene Firma. Auch die vier Forschungsanstalten des ETH-Bereichs sind in der Lehre sehr engagiert. Noch nie haben so viele Studierende und Doktorierende ihre Abschlussarbeit an PSI, WSL, Empa oder Eawag gemacht wie 2017.

10 000 zusätzliche Studierende und Doktorierende brauchen indessen auch zusätzliche Labors, Hörsäle, Professoren und technische Mitarbeitende. Ohne zusätzliche Investitionen wäre dieses Studierendenwachstum nicht zu bewältigen. Der ETH-Bereich wirbt zwar sehr erfolgreich Mittel ein von Privaten, dem Schweizerischen Nationalfonds, der Innosuisse oder auch der EU. Die Beiträge aus der Trägerfinanzierung des Bundes bleiben jedoch die mit Abstand wichtigste Finanzierungsquelle.

Investitionen in die Bildung lohnen sich. Eine aktuelle Studie liefert nun konkrete Zahlen für den ETH-Bereich. Im Jahr 2016 hat der ETH-Bereich in der Schweiz rund
13 Milliarden Franken an Bruttowertschöpfung bewirkt und Beschäftigung für knapp
100 000 Arbeitsplätze. Damit generiert jeder in den ETH-Bereich investierte Franken mehr als das Fünffache an Wert und jeder Arbeitsplatz rund vier weitere Arbeitsplätze. Seine Institutionen ziehen ausländische Firmen an und schaffen mit der Gründung von Spin-offs selber Arbeitsplätze. Der ETH-Bereich ist ein wichtiger Akteur unserer Volkswirtschaft und ein zentraler Botschafter unseres hervorragenden Bildungs- und Forschungsstandorts im Ausland. Dank der Erkenntnisse aus seiner Forschung und der engen Zusammenarbeit mit der Wirtschaft leistet er einen entscheidenden Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit und zur Lebensqualität der Schweiz.

Bern/Zürich, im Februar 2018

Dr. Fritz Schiesser
Präsident des ETH-Rats