ETH-Rat, 15. Juli 2021

Der ETH-Rat hat an seiner Sitzung vom 14. Juli 2021 auf Antrag des Präsidenten der ETH Zürich, Prof. Dr. Joël Mesot, und des Präsidenten der EPFL, Prof. Dr. Martin Vetterli, insgesamt 7 Professorinnen und 12 Professoren ernannt, 1 Professorentitel verliehen und den Rücktritt von 5 Professoren mit Verdankung zur Kenntnis genommen. In den letzten 12 Monaten hat der ETH-Rat insgesamt 13 Frauen und 32 Männer neu ernannt, was einem Frauenanteil von 29 % entspricht.

Neuernennung ETH Zürich und EPFL

Prof. Dr. Beate Jessel (*1962), zurzeit Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz in Bonn, Deutschland, zur ordentlichen Professorin für Landschaftsentwicklung am Departement Umweltsystemwissenschaften der ETH Zürich und an der Fakultät für Bau, Architektur und Umwelt der EPFL. Beate Jessel tritt Anfang September 2021 ihr Amt als Direktorin der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) an. Mit dieser Funktion ist eine Professur an der ETH Zürich und der EPFL verbunden. Beate Jessels Forschungsschwerpunkte umfassen Konzepte und Strategien des Naturschutzes, Landschaftsentwicklung und Landnutzungsmanagement, ökologisch orientierte Planung, das Management von Flusseinzugsgebieten sowie Landschaftsästhetik.

Neuernennungen ETH Zürich

Dr. Máté József Bezdek (*1991), zurzeit Postdoktorand am Massachusetts Institute of Technology (MIT), USA, zum Tenure-Track-Assistenzprofessor für Funktionelle Koordinationschemie am Departement Chemie und Angewandte Biowissenschaften. Máté József Bezdeks Forschung umfasst das funktionsorientierte Design und die Synthese von Koordinationskomplexen mit ungewöhnlichen elektronischen, magnetischen und thermochemischen Eigenschaften. Der mehrfach ausgezeichnete Forscher wird sich an der ETH Zürich für die Entwicklung von Methoden einsetzen, die mit Hilfe der Koordinationschemie zur Lösung von gesellschaftlich besonders relevanten Fragen auf Gebieten wie nachhaltige Synthesemethoden, Energiemanagement und sensorische Materialien beitragen.

Dr. Lana Josipović (*1991), zurzeit Forschungsassistentin an der EPFL, zur Tenure-Track-Assistenzprofessorin für Digitale Systeme und Design-Automatisierung am Departement für Informationstechnologie und Elektrotechnik. Lana Josipovićs Forschung konzentriert sich auf High-Level-Synthesis-Techniken zur automatischen Erzeugung von Hardware-Architekturen basierend auf abstrakter High-Level-Programmierung mit besonderem Augenmerk auf Flexibilität und Parallelisierung. Mit der Berufung der international ausgezeichneten Forscherin verstärkt das Departement für Informationstechnologie und Elektrotechnik in idealer Weise den Bereich Digitale Schaltungstechnik und Rechnerarchitekturen. Wichtige Interaktionen und Synergien werden sich ferner mit dem Departement für Informatik ergeben.

Beförderungen ETH Zürich

Prof. Arno Brandlhuber (*1964), zurzeit ausserordentlicher Professor an der ETH Zürich, zum ordentlichen Professor für Architektur und Entwurf am Departement Architektur. Arno Brandlhuber ist ein international etablierter, technisch wie konzeptionell herausragender praktizierender Architekt, Theoretiker der Architektur und des Städtebaus – und ein begnadeter Entwurfslehrer. Seine medienbasierte Herangehensweise durch Experimentieren mit Filmen und Dokumentationen erweitert seit vier Jahren das Lehrangebot am Departement Architektur um eine neuartige, wertvolle und wichtige Komponente. Sein Leistungsausweis vereint ausserdem eine ganze Reihe bedeutsamer architektonischer Projekte und Ausstellungen, darunter den deutschen Pavillon an der Architekturbiennale 2021 in Venedig.

Prof. Jan De Vylder (*1968), zurzeit ausserordentlicher Professor an der ETH Zürich, zum ordentlichen Professor für Architektur und Entwurf am Departement Architektur. Jan De Vylder befasst sich mit der Wiederverwendung von Materialien und Elementen bestehender Gebäude sowie der Transformation komplex gebauter Umgebungen – einem Gebiet, das künftig an Bedeutung gewinnen dürfte. Der Forscher ist im internationalen Diskurs sehr präsent, was sich – neben den erhaltenen Auszeichnungen – an den vielen Einladungen zu Ausstellungen und Vorträgen zeigt. Aufgrund seiner Erfahrung mit realisierten Gebäuden kann Jan De Vylder einen wesentlichen Beitrag im Bereich «Architecture and Care», einem neuen strategischen Schwerpunkt des Departements Architektur, beisteuern.

Prof. An Fonteyne (*1971), zurzeit ausserordentliche Professorin an der ETH Zürich, zur ordentlichen Professorin für Affective Architectures am Departement Architektur. An Fonteyne ist eine etablierte Praktikerin in Belgien und unter anderem Mitglied der Königlichen Flämischen Akademie für Wissenschaft und Kunst. Sie befasst sich mit der adaptiven Wiederverwendung bestehender Gebäude. Dem Trend einer selbst- und objektbezogenen Architektur setzt sie eine Baukultur entgegen, die sich intensiv mit den ökonomischen und sozialen Randbedingungen des Bauens beschäftigt. Neben der Architekturpraxis ist An Fonteyne auch in der Lehre äusserst erfolgreich. An der ETH Zürich entwickelte sie etwa eine eigene Unterrichtsform mit einer stark integrativen Gestaltungs- und Lehrmethode.

Prof. Momoyo Kaijima (*1969), zurzeit ausserordentliche Professorin an der ETH Zürich, zur ordentlichen Professorin für Architectural Behaviorology am Departement Architektur. Momoyo Kaijimas Tätigkeit reicht vom architektonischen Entwurf von Gebäuden und der Erforschung von städtebaulichen Phänomenen bis zur Produktion von Kunstwerken, die ihre Haltung prägnant in die Öffentlichkeit tragen. Ihr Arbeitsfokus liegt insbesondere auf der Behaviorology, sprich der Untersuchung des Verhaltens von Menschen, Objekten oder Gebäuden in derer gegenwärtigen sozialen und physischen Umgebung. Die renommierte Forscherin wurde mehrfach ausgezeichnet, und die Studien und Publikationen, die auf ihren Feldforschungen aufbauen, sind weithin anerkannt.

Prof. Dr. Elli Mosayebi (*1977), zurzeit ausserordentliche Professorin an der ETH Zürich, zur ordentlichen Professorin für Architektur und Entwurf am Departement Architektur. Elli Mosayebis Forschung befasst sich mit kinetischen Räumen sowie mit der Frage, wie sich der Wohnungsbau besser mit anderen Arten von Programmen und Nutzungen kombinieren lässt. Sie identifiziert neue Wohnformen aufgrund veränderter Lebenswelten, erarbeitet neuartige Entwurfsstrategien und entwickelt kinetische Prototypen. Daneben betreibt sie Grundlagenforschung zur Entwicklung vergangener und aktueller Wohnformen mit dem Ziel, beispielhafte Wohnbauten in ausgewählten Städten bauhistorisch zu erschliessen. Die enge Verbindung von Forschung, Praxis und Lehre zeichnet sie besonders aus.

Prof. Dr. Michael Nash (*1982), zurzeit Tenure-Track-Assistenzprofessor an der ETH Zürich und der Universität Basel, zum ausserordentlichen Professor für Engineering von Synthetischen Systemen am Departement Biosysteme. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Charakterisierung und Optimierung der biophysikalischen Eigenschaften von Proteinen mit Hilfe von Rational Design und evolutionären Ansätzen in vitro. In den letzten fünf Jahren leistete er an der Universität Basel wie auch an der ETH Zürich einen grossen Beitrag in der Lehre und gilt als beliebter Dozent. Seine wissenschaftliche Exzellenz zeigt sich in seinen zahlreichen Auszeichnungen und Publikationen sowie den Patenten, die er initiiert hat. Michael Nash wird weiterhin im Rahmen einer Doppelprofessur mit der Universität Basel (Leading House) tätig sein.

Prof. Alexandre Theriot (*1972), zurzeit ausserordentlicher Professor an der ETH Zürich, zum ordentlichen Professor für Architektur und Entwurf am Departement Architektur. Alexandre Theriot befasst sich mit der zeitgenössischen Verwendung kostengünstiger Materialien und verweist damit auf einen signifikanten Wandel der architektonischen Methoden angesichts grosser wirtschaftlicher Veränderungen. Dieser Ansatz spiegelt sich auch in der Lehre, wo Alexandre Theriot seit seinem Amtsantritt an der ETH Zürich erfolgreich an neuen Lehrformen zu einer Architektur experimentiert, die minimale Strukturen, Materialien und Energien verwendet. Sein internationales Renommee zeigt sich in den zahlreichen Ausstellungen sowie in bedeutenden Auszeichnungen und Preisen.

Neuernennungen EPFL

Dr. Ileana-Cristina Benea-Chelmus (*1988), zurzeit Postdoktorandin an der Harvard University, USA, zur Tenure-Track-Assistenzprofessorin für Elektro- und Mikrotechnik an der Fakultät für Ingenieurwissenschaft und Technologie. Ileana-Cristina Benea-Chelmus forscht auf dem Gebiet der Photonik mit Schwerpunkt auf der Entwicklung von Wandlern für Terahertz- und Sub-Terahertz-Frequenzen, die unter anderem in den Bereichen Metrologie, THz-Frequenzsteuerung und THz-Signalerzeugung Anwendung finden. Im breiten Feld der Nanotechnologie ist Ileana-Cristina Benea-Chelmus für ihre innovativen Ideen bekannt. Ihre sowohl grundlegende als auch angewandte Forschung stellt für die EPFL ein bemerkenswertes Potenzial dar, das erhebliche Auswirkungen auf neue optische Technologien haben wird.

Prof. Dr. Alessandro Chiesa (*1987), zurzeit Assistenzprofessor an der University of California, USA, zum ausserordentlichen Professor für Informatik und Kommunikationssysteme an der Fakultät für Informatik und Kommunikation. Alessandro Chiesa befasst sich mit der Kryptographie, Sicherheit und Komplexitätstheorie. Seine Forschung findet bereits Anwendung: So ist er etwa Mitbegründer des Unternehmens, das die Kryptowährung Zcash lanciert hat. Mit seiner Berufung kann die EPFL einen führenden und im Technologietransfer aktiven Forscher gewinnen. Alessandro Chiesa wird unter anderem für das Center for Digital Trust tätig sein und Verbindungen mit der Industrie aufbauen, um den Technologietransfer von fortschrittlichen Datenschutz-Tools zu erleichtern.

Dr. Lénaïc Chizat (*1990), zurzeit wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Université Paris-Saclay, Frankreich, zum Tenure-Track-Assistenzprofessor für Mathematik an der Fakultät für Grundlagenwissenschaften. Lénaïc Chizats Forschung befasst sich mit der Analyse, Entwicklung und Optimierung von Algorithmen, die insbesondere beim maschinellen Lernen Anwendung finden. Dieses hart umkämpfte Feld bildet eine der grossen Herausforderungen der angewandten Mathematik der kommenden Jahre. Mit seinem Forschungsprogramm steht Lénaïc Chizat in diesem Bereich an führender Stelle. Dank seiner Berufung wird die EPFL zudem neue Kurse anbieten und die Verbindung sowie den Austausch zwischen verschiedenen Bereichen der Mathematik stärken können.

Dr. Kyojin Choo (*1984), zurzeit Postdoktorand an der University of Michigan, USA, zum Tenure-Track-Assistenzprofessor für Elektro- und Mikrotechnik an der Fakultät für Ingenieur­wissenschaft und Technologie. Kyojin Choos Forschungstätigkeit liegt auf dem Gebiet der Mikro- und Nanoelektronik mit Schwerpunkt auf der Entwicklung von integrierten Systemen mit niedriger Leistung. Der aussergewöhnlich kreative und dynamische Forscher besitzt Erfahrung in der Industrie und hat mit seinen herausragenden wissenschaftlichen und technischen Beiträgen das Potenzial, ein innovatives Lehr- und Forschungsprogramm zu entwickeln. Seine Vision sowie sein Engagement für den Aufbau neuer akademischer und industrieller Kooperationen sind ein grosser Gewinn für die EPFL.

Dr. Victor Gorbenko (*1989), zurzeit Forscher an der Stanford University, USA, zum Tenure-Track-Assistenzprofessor für Physik an der Fakultät für Grundlagenwissenschaften. Victor Gorbenko fokussiert sich auf die Quantenfeldtheorie, mit wichtigen Implikationen für die Teilchenphysik, Kosmologie und Physik der kondensierten Materie. Seine Forschung hat bereits zu wichtigen wissenschaftlichen Resultaten beigetragen, insbesondere im Bereich der Lagrange-Dichte der Quantenchromo­dynamik. Der junge, sehr talentierte Physiker verfügt über ein aussergewöhnliches Potenzial und die notwendigen Fähigkeiten, um an der EPFL erfolgreich zu sein. Seine Expertise und sein Forschungsprojekt leisten einen wichtigen Beitrag zur Physik der kondensierten Materie und der statistischen Physik.

Dr. Georgios Moschidis (*1991), zurzeit Forscher an der University of California, USA, zum Tenure-Track-Assistenzprofessor für Mathematik an der Fakultät für Grundlagenwissenschaften. Georgios Moschidis befasst sich mit der allgemeinen Relativitätstheorie und hat mit seiner Forschung bereits wichtige wissenschaftliche Resultate erzielt, unter anderem zu Friedmann-Gleichungen und dem Anti-de-Sitter-Raum. Der brillante Mathematiker sticht auf dem Gebiet der Analysis und der allgemeinen Relativitätstheorie hervor und verfügt trotz seines jungen Alters über ein internationales Renommee. Sein Profil wird die Bestrebungen der EPFL in diesem Bereich weiter verstärken und dürfte zudem Studierende aus unterschiedlichen Gebieten anziehen.

Dr. Philippe Schwaller (*1990), zurzeit Forscher bei IBM Research Europe, zum Tenure-Track-Assistenzprofessor für Chemie an der Fakultät für Grundlagenwissenschaften. Philippe Schwaller erforscht, wie sich chemische Verfahren mit künstlicher Intelligenz (KI) simulieren lassen. Seine Forschungstätigkeit befasst sich insbesondere mit der Herausforderung, die Entdeckung neuer Katalysatoren und organischer Materialien durch den Einsatz künstlicher chemischer Intelligenz zu erleichtern. Der talentierte Forscher ist die treibende Kraft wichtiger Anwendungen von KI-Methoden. Er gehört zu einer neuen Generation von Forschenden mit einem sehr vielseitigen Hintergrund und kombiniert experimentelle Forschung, Informatik, Materialwissenschaften und Chemie. 

Beförderungen EPFL

Prof. Dr. Maria Colombo (*1989), zurzeit Tenure-Track-Assistenzprofessorin an der EPFL, zur ordentlichen Professorin für Mathematik an der Fakultät für Grundlagenwissenschaften. Maria Colombo befasst sich in ihrer Forschung mit Analysis und kombiniert diese mit Wahrscheinlichkeits­rechnung, Computermathematik sowie Statistik und maschinellem Lernen. Nebst ihrer zentralen Rolle in Bezug auf die Forschung, ihrer beispielhaften Leadership und den diversen Stipendien, die sie erhalten hat, ist Maria Colombo auch innerhalb der EPFL in verschiedenen Bereichen sehr engagiert und gilt deshalb als einer der Pfeiler des Instituts für Mathematik und der Fakultät. Mit ihrer Berufung sichert sich die EPFL diese visionäre Forscherin von Weltrang, die von anderen Hochschulen umworben wird.

Prof. Dr. Elison Matioli (*1979), zurzeit Tenure-Track-Assistenzprofessor an der EPFL, zum ausserordentlichen Professor für Elektro- und Mikrotechnik an der Fakultät für Ingenieurwissenschaft und Technologie. Elison Matiolis Forschungsschwerpunkt liegt auf der Halbleitertechnologie mit breitem Bandabstand. Mit einem innovativen Ansatz basierend auf der Kombination aus Materialwissenschaften, Physik und Elektrotechnik hat Elison Matioli eine Forschungsgruppe von internationalem Renommee auf dem Gebiet der elektronischen Geräte aufgebaut. Er besitzt fünf Patente, die seit 2016 erteilt wurden, sowie sechs weitere von der Zeit vor seiner Ankunft an der EPFL, und hat ausserdem zahlreiche Auszeichnungen erhalten wie zum Beispiel den universitären Latsis-Preis 2020 und einen ERC Starting Grant 2015.

Verleihung des Titels «Professorin» oder «Professor»

Dr. Nicolas Macris (*1963), zurzeit Leitender Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät für Informatik und Kommunikation der EPFL, zum Titularprofessor der EPFL. Nicolas Macris' Forschungsschwerpunkt liegt auf der Anwendung von Methoden aus der statistischen Physik auf die Kommunikationstheorie und theoretische Informatik. Zudem befasst er sich mit der Quanteninformationstheorie. Er gehört zu den führenden Forschern auf diesen schnell wachsenden Gebieten, welche auch der strategischen Ausrichtung der Fakultät entsprechen.

Verabschiedungen ETH Zürich

Prof. Dr. Ruedi Aebersold (*1954), zurzeit ordentlicher Professor für Systembiologie am Departement Biologie, wird Ende August 2021 in den Ruhestand treten. Ruedi Aebersold kam 2004 als ordentlicher Professor an die ETH Zürich. Er widmet sich der Erforschung von Proteinen und gilt als Pionier der Proteomik, die die Gesamtheit aller Proteine eines Lebewesens analysiert. Auf diesem Gebiet entwickelte er eine Reihe von Analyse-Methoden und Computermodellen. Ruedi Aebersold ist ein international hoch angesehener und vielfach ausgezeichneter Forscher, der in zahlreichen wissenschaftlichen Beiräten im öffentlichen und privaten Sektor tätig war und ist und mehrere Firmen gegründet hat.

Prof. Dr. Oded Zilberberg (*1979), zurzeit Assistenzprofessor für Quantenphysik der Kondensierten Materie am Departement Physik, wird die Hochschule Ende August 2021 verlassen. Oded Zilberbergs Forschung konzentriert sich auf quantenkohärente Phänomene im Grenzbereich der Festkörperphysik und Quantenoptik. An der ETH Zürich hat er unter anderem die Forschungsaktivitäten des nationalen Forschungsschwerpunktes Quantum Science and Technology (QSIT) signifikant verstärkt. Er tritt zurück, um dem Ruf einer anderen Hochschule zu folgen.

Verabschiedungen EPFL

Prof. Dr. Jean-Philippe Ansermet (*1957), zurzeit ordentlicher Professor für experimentelle Physik an der Fakultät für Grundlagenwissenschaften, wird Ende Juli 2022 in den Ruhestand treten. Jean-Philippe Ansermet kam nach Stationen im Ausland sowie in der Industrie 1992 als ausserordentlicher Professor an die EPFL und wurde 1995 zum ordentlichen Professor ernannt. Sein Forschungsschwerpunkt liegt in der Nanoelektronik, insbesondere in der Spintronik. An der EPFL hat er ein Labor für nanostrukturierte Materialien entwickelt, aus welchem über 250 Publikationen hervorgegangen sind. Mit seinen äusserst strukturierten und klaren Kursen hat der beliebte Dozent mehrere Generationen von Studierenden geprägt.

Prof. Dr. Hubert Girault (*1957), zurzeit ordentlicher Professor für elektrochemische Kinetik an der Fakultät für Grundlagenwissenschaften, wird Ende Februar 2022 in den Ruhestand treten. Hubert Girault kam 1992 als ausserordentlicher Professor an die EPFL. Sein Forschungsschwerpunkt liegt im Bereich der analytischen Elektrochemie und der Biosensoren. Auf internationaler Ebene, aber auch innerhalb der Hochschule hatte er verschiedene Funktionen inne. Der mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Forscher ist zudem Autor diverser Publikationen und hat mit seiner internationalen Ausstrahlung in hohem Masse zum Ruf der EPFL und des Instituts für Chemische Wissenschaften und Ingenieurwesen beigetragen.

Prof. Dr. Alfred Wüest (*1956), zurzeit ordentlicher Professor für Physik aquatischer Systeme an der Fakultät für Bau, Architektur und Umwelt, Titularprofessor der ETH Zürich sowie Gruppenleiter an der Eawag, wird Ende August 2021 in den Ruhestand treten. Alfred Wüest kam 2012 als ordentlicher Professor an die EPFL und übernahm 2013 die Leitung des Zentrums für Limnologie an der EPFL. Von 2006 bis 2012 leitete er die Abteilung Oberflächengewässer an der Eawag, von 2015 bis März 2021 war er Mitglied der Direktion. Mit seiner Forschung hat er einen wesentlichen Beitrag zur limnologischen Forschung weltweit geleistet und wird heute als einer der wichtigsten Akteure auf diesem Gebiet angesehen. Beliebt bei den Studierenden und als Mitglied in diversen Organisationen hat der visionäre Forscher und Autor zahlreicher Publikationen massgebend zum internationalen Ruf der EPFL, der Eawag und der ETH Zürich beigetragen.

Der ETH-Rat verdankt die Leistungen der scheidenden Professoren in Wissenschaft, Lehre und akademischer Verwaltung.