ETH-Rat, 05. März 2021

Der ETH-Rat verabschiedete an seiner Sitzung vom 3./4. März 2021 die neue Gender Strategie für den ETH-Bereich. Diese hat zum Ziel, das Geschlechterverhältnis weiter zu verbessern und die Chancengleichheit von Frau und Mann in den Institutionen des ETH-Bereichs zu gewährleisten. Der ETH-Rat entschied zudem über die Mittelzuteilung für das Jahr 2022 und verabschiedete die konsolidierte Berichterstattung für das Jahr 2020, welche nun dem Bundesrat vorgelegt wird.

Aktualisierte Gender-Strategie im ETH-Bereich
Ziel der aktualisierten Gender-Strategie des ETH-Bereichs für die Jahre 2021 bis 2024 ist einerseits eine Erhöhung des Frauenanteils in Lehre und Forschung, vor allem in Führungspositionen. Andererseits wird ein Fokus auf die Chancengleichheit von Frau und Mann gelegt. Für die verschiedenen Massnahmen wollen die Institutionen des ETH-Bereichs jährlich mindestens 0,5% oder rund 13 Millionen Franken der Trägerfinanzierung einsetzen. Diese gehen über die Unterstützung von Einrichtungen zur Kinderbetreuung hinaus und umfassen beispielsweise auch Massnahmen zur Förderung einer inklusiven Kultur. Wichtige Aspekte sind dabei die Sensibilisierung gegenüber geschlechtsbezogenen Vorurteilen und Geschlechterstereotypen sowie Massnahmen gegen unangemessenes Verhalten. Der ETH-Bereich verpflichtet sich auch zur Anwendung der Charta für Lohngleichheit im öffentlichen Sektor und strebt eine stärkere Koordination der Institutionen im ETH-Bereich bei Dual-Career-Fragen an, d.h. bei der Unterstützung von Partnerinnen und Partnern von Professorinnen und Professoren bei der Integration in den Arbeitsmarkt. Für die Erhöhung des Frauenanteils auf Ebene des wissenschaftlichen, administrativen und technischen Personals legen die Institutionen des ETH-Bereichs zudem quantitative Zielwerte fest.

Mittelzuteilung für 2022
Dem ETH-Bereich stehen für das Jahr 2022 Bundesmittel von voraussichtlich 2’665 Millionen Franken zur Verfügung. Den definitiven Beschluss wird das Parlament im Dezember 2021 fällen. Der grösste Teil der Bundesmittel, nämlich 2’504 Millionen, kommen den beiden Hochschulen ETH Zürich und EPFL sowie den vier Forschungsanstalten PSI, WSL, Empa und Eawag für die Weiterentwicklung des Betriebs und für strategische Projekte der Institutionen zu Gute. Die weiteren Mittel sind für zentral geplante, ETH-bereichsweite strategische Vorhaben reserviert. Bei der Mittelzuteilung berücksichtigt der ETH-Rat die Entwicklungspläne, die Leistungen und die Lastfaktoren der Institutionen. Beim Faktor «Leistung» werden die unterschiedlichen Missionen und deren Umsetzung durch die Institutionen des ETH-Bereichs berücksichtigt. Zu den «strategischen Massnahmen» gehören unter anderem die Investitionen in Datenwissenschaften und künstliche Intelligenz, Quantenforschung, Cybersecurity sowie datenbasierte Materialforschung und Technologieentwicklung. Bei den «Lastfaktoren» gilt es vor allem das anhaltende Wachstum der Studierendenzahlen in den letzten Jahren zu berücksichtigen. Zudem gibt es Infrastrukturbedarf im Zusammenhang mit Berufungen, Grossbauprojekten und Anlagen wie dem Empa-Campus.

Stärkung des Swiss Data Science Centers mit einem Standort am PSI
Im Zuge der Mittelzuteilung sprach sich der ETH-Rat für eine zusätzliche Stärkung des Swiss Data Science Center im strategischen Fokusbereich «Datenwissenschaften» aus. Am PSI wird ein dritter Standort, neben den beiden bestehenden an der ETH Zürich und an der EPFL, aufgebaut.

Konsolidierte Berichterstattung 2020
Der ETH-Rat hat die konsolidierte Berichterstattung des Jahres 2020 verabschiedet. Der Geschäftsbericht und der Finanzbericht werden dem Bundesrat unterbreitet, von diesem genehmigt und im Anschluss publiziert. In dieser Berichterstattung legt der ETH-Bereich Rechenschaft über die Erreichung der strategischen Ziele des Bundesrates für den ETH-Bereich ab und stellt die Governance sowie die thematischen Schwerpunkte und Errungenschaften im ETH-Bereich vor. Der ausführliche Finanzbericht berichtet über das Finanzjahr 2020 im ETH-Bereich und präsentiert die konsolidierte Jahresrechnung 2020.