Jeder in den ETH-Bereich investierte Franken erzeugt mehr als das Fünffache an Wert in der Schweiz und jeder Arbeitsplatz rund fünf weitere Arbeitsplätze. Dies ist das Resultat einer soeben veröffentlichten Studie. Der ETH-Bereich ist somit ein wichtiger Akteur der Schweizer Volkswirtschaft. Mit der Ausbildung von Fachkräften, seiner Spitzenforschung und der engen Zusammenarbeit mit Wirtschaft und Behörden leistet er einen entscheidenden Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz und zur Lebensqualität in unserem Land.

Im Frühjahr 2017 wurde BiGGAR Economics, eine private Beratungsunternehmung aus Edinburgh, Schottland, vom ETH-Rat beauftragt, für das Jahr 2016 den Effekt der Leistungen der Institutionen des ETH-Bereichs auf die Wirtschaft der Schweiz und darüber hinaus unter Anwendung einer breit abgestützten und international etablierten Methodik zu schätzen. Der vorliegende Bericht verfolgt vier Ziele: Er soll

  • den Umfang des wirtschaftlichen Beitrags der Institutionen des ETH-Bereichs schätzen;
  • die Bandbreite der Auswirkungen aufzeigen;
  • den Ertrag für private und öffentliche Investitionen demonstrieren;
  • Regierung und Behörden aufzeigen, welche Vorteile und positiven Auswirkungen ihnen die Institutionen des ETH-Bereichs liefern.

Die Institutionen des ETH-Bereichs leisten einen entscheidenden Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit und Wertschöpfung der Volkswirtschaft und zur Lebensqualität am Standort Schweiz. Sie spielen in Bildung, Forschung und Innovation in der Schweiz mit 3,6 Mrd. CHF (2016) aus allen ihren Finanzierungsquellen, einer Belegschaft von 21‘000 Mitarbeitenden (rund 18‘000 Vollzeitäquivalente), über 800 Professorinnen und Professoren und 30‘000 Studierenden und Doktorierenden eine absolut zentrale Rolle. Über die Lehre leisten sie einen bedeutenden Beitrag zur Versorgung des Arbeitsmarktes mit hochqualifizierten Kräften und Kaderpersonen. In bestimmten Disziplinen sind sie sogar die einzigen Bildungsanbieter in der Schweiz. Mit Forschung und Entwicklung erarbeiten sie immer wieder völlig neue wissenschaftliche Erkenntnisse und erzielen technologische Durchbrüche, die zu vollständig neuen und oft auch zu disruptiven Technologien führen, die bestehende Technologien, bestehende Produkte oder Dienstleistungen vollständig verdrängen. So gehört der ETH-Bereich zu den 20 wichtigsten Patentanmeldern aus der Schweiz. Dabei werden auch zahlreiche Erfindungen lizenziert. Aus dem ETH-Bereich entstehen jährlich bis zu 50 Spin-off Unternehmen, die einen bedeutenden Anteil des Venture Capital in der Schweiz akquirieren.

Die starke Partnerschaft des ETH-Bereichs mit Wirtschaft und öffentlicher Hand (Bund, Kantone und Gemeinden) kommt u.a. in den laufenden rund 3‘500 Kooperationen im Rahmen gemeinsamer Projekte zum Ausdruck. Verstärkt wird diese Zusammenarbeit, indem der ETH-Bereich kleinen und mittleren Unternehmungen (KMU) und der Industrie Laboratorien, teure und ressourcenintensive Forschungsanlagen und Geräte zur Verfügung stellt und zusammen mit ihnen Pilot- und Demonstrationsanlagen betreibt. Institutionen des ETH-Bereichs engagieren sich in verschiedenen Science-, Techno- und Innovationsparks, bieten dabei Räumlichkeiten und Unterstützung für Spin-off-Firmen und ziehen bestehende forschungsintensive Unternehmen an. Auch dies generiert Wertschöpfung und Beschäftigung.

Der ETH-Bereich bietet der öffentlichen Hand über Beratung, Schulung und gemeinsame Projekte wichtige Unterstützung bei der Erfüllung ihrer Aufgaben. Dabei generiert er vielfältige, nicht quantifizierbare Vorteile mit Langzeitwirkung, die für Einzelpersonen, die Gesellschaft und die Wissenschaft insgesamt von grossem Wert sind, wie z.B. die Vermeidung von Schäden durch Naturereignisse aufgrund von Beobachtung und Prävention. Aufgrund ihrer Einzigartigkeit in der Schweiz sind Leistungen von Institutionen des ETH-Bereichs in bestimmten wirtschaftlich und gesellschaftlich zum Teil sehr sensiblen Themengebieten wie radioaktive Abfälle oder natürliche Risiken absolut unverzichtbar.

Quantifizierbare Befunde

Übersicht

Der Bericht zeigt auf, dass die Institutionen des ETH-Bereichs im Jahr 2016 allein in der Schweiz schätzungsweise 13,3 Mrd. CHF an Bruttowertschöpfung (BWS) und Beschäftigung für 98‘700 Arbeitsplätze (Arbeitsverhältnisse) bewirkten. Auf globaler Ebene und damit insgesamt beliefen sich ihre Beiträge auf 16,5 Mrd. CHF BWS und rund 123‘800 Arbeitsplätze. Dies impliziert Folgendes:   

  • Die Institutionen des ETH-Bereichs erhielten im Jahr 2016 vom Bund Kredite in Anrechnung an den Zahlungsrahmen des ETH-Bereichs von rund 2,5 Mrd. CHF. Damit generierte jeder für die direkte Geschäftstätigkeit des ETH-Bereichs eingesetzte Franken rund 5 (5,4) CHF an BWS in der Schweiz und gesamthaft rund 7 (6,6) CHF weltweit.
  • Der ETH-Bereich zählte 2016 21‘000 Mitarbeitende (Arbeitsverhältnisse). Jeder Arbeitsplatz, der im ETH-Bereich besteht, induziert demnach rund 5 Arbeitsplätze in der Schweiz und 6 Arbeitsplätze insgesamt.

Quellen des quantifizierbaren Beitrags

Die wirtschaftlichen und quantifizierbaren Beiträge der Institutionen des ETH-Bereichs können in zwei Hauptgruppen zusammengefasst werden: 1) direkte Nachfrage und 2) indirekte Steigerung von Leistungen und Wettbewerbsfähigkeit.

Direkte Nachfrage der Institutionen des ETH-Bereichs

Die direkte Nachfrage aller Institutionen des ETH-Bereichs und damit ihr Wertschöpfungsbeitrag ergeben sich aus folgenden Komponenten:

  • Kernbeitrag: Im Jahr 2016 wurden über den Kernbeitrag des ETH-Bereichs bestehend aus Finanzierungsbeitrag des Bundes und Investitionskredit Bauten 2,5 Mrd. CHF, Personal 2,0 Mrd. CHF, Beitrag an die Lieferanten 0,9 Mrd. CHF, Bau von Immobilien und Forschungsinfrastruktur 0,245 Mrd. CHF schätzungsweise 5,7 Milliarden CHF BWS und 40‘500 Arbeitsplätze in der Schweiz generiert.
  • Studentischer Beitrag: Im Jahr 2016 studierten 23‘800 Bachelor- und Masterstudierende an den beiden ETH. Studiendarlehen, studentische Beschäftigung (ausserhalb der ETH Zürich und EPFL) und studentische Freiwilligenarbeit generierten über ihre Konsumnachfrage und Teilzeitarbeit weitere 0,765 Mrd. CHF BWS und 7‘400 Stellen in der Schweiz.
  • Tourismus: Studierende, Freunde und Familienbesucher sowie Teilnehmer an Konferenzen und Veranstaltungen der Institutionen des ETH-Bereichs erwirtschafteten geschätzte 66 Mio. CHF BWS und unterstützten fast 700 Arbeitsplätze in der Schweiz.

Dies entspricht einem Total von 6,53 Mio. CHF BWS oder 49% des gesamten in der Schweiz generierten Beitrags des ETH-Bereichs zur BWS im Jahr 2016.

Indirekte Steigerung von Leistungen und Wettbewerbsfähigkeit

Die zweite Gruppe der quantifizierbaren Beiträge umfasst Wertschöpfung und Arbeitsplätze, die sich aufgrund von Leistungen des ETH-Bereichs ergeben, die speziell Innovationen und Produktivitätswachstum in der Wirtschaft vorantreiben. Sie stehen für rund CHF 7 Mrd. oder 51% des gesamten in der Schweiz generierten Beitrags zur BWS.

Graduate Premium: Der Beitrag der Ausbildungsaktivitäten des ETH-Bereichs unterscheidet sich konzeptionell von den anderen hier erfassten Beiträgen dadurch, dass er über einen viel längeren Zeitraum stattfindet. Der Nutzen von Bildung für den Einzelnen und für die Gesellschaft hat mehrere Aspekte, von denen einige quantifiziert werden können und viele andere nicht, wie Studien über Gesundheit und Wohlbefinden, den sozialen Zusammenhalt sowie Spill-over-Leistungen am Arbeitsplatz zeigen. Für den einzelnen Absolventen geht es um Aspekte wie soziale Kompetenzen, Selbstvertrauen, Zufriedenheit, Gesundheit und Wohlbefinden. Nicht oder schlecht quantifizierbar sind Effekte, die durch den Übertritt von Absolventen einer ETH in die Wirtschaft und Verwaltung entstehen, wie Diffusion von neuestem Wissen über die Köpfe, das Einbringen von persönlichen Merkmalen wie Kreativität, Initiative und Führungseigenschaften oder damit verbundene vielfältige informelle Kontakte zwischen ihrem Arbeitgeber und der Hochschule. All dies verbessert die Fähigkeit ihrer Unternehmen, neue Erkenntnisse und Technologien aufzunehmen und zu nutzen. Der monetär quantifizierbare, individuelle Mehrwert für Graduierte, das «Graduate Premium» erfasst die im Laufe eines Berufslebens zusätzlichen Verdienste der Absolventen, die sich aufgrund ihrer Ausbildung mit einem Hochschulabschluss im Unterschied zu einem nächst tieferem Bildungsabschluss ergeben. Im vorliegenden Bericht wurde der Mehrwert von einem ETH- gegenüber einem Fachhochschulabschluss berücksichtigt. Dieser Beitrag wurde für 4‘600 MA, Doktorate und MBA/MSA der beiden ETH innerhalb der Schweiz auf 1,5 Mrd. CHF und weltweit auf 1,9 Mrd. CHF geschätzt. Das Graduate Premium für Absolventen einer ETH im Vergleich zu einem Abschluss der Sekundarstufe II beträgt in der Schweiz deutlich höhere 2,9 Mrd. CHF und weltweit 3,8 Mrd. CHF.

Kommerzialisierung: Mitglieder des ETH-Bereichs betreiben eine breite Palette von Aktivitäten der Kommerzialisierung. Dazu gehören die Lizenzierung von durch den ETH-Bereich patentierten Erfindungen und die Unterstützung der Gründung neuer Unternehmen. Die eingenommenen Royalties aus Lizenzen des ETH-Bereichs von rund 13 Mio. CHF sind nach auf internationalen Erfahrungen abgestützten Werten für BWS und Beschäftigung hochgerechnet worden. Daraus resultierte eine BWS von 161 Mio. CHF in der Schweiz, von 135 Mio. CHF im Ausland und damit total 296 Mio. CHF und eine Beschäftigung von total 2‘400 Stellen. Im Durchschnitt ist jedes siebte neue hoch-innovative Unternehmen in der Schweiz ein Spin-off aus dem ETH-Bereich  und schafft damit Zukunftspotenzial und Arbeitsplätze. Über die Hälfte des Venture Capitals in der Schweiz geht an sie. Für die Schätzung der BWS der Spin-off Unternehmen aus dem ETH-Bereich wurden alle bisher geschaffenen und 2016 noch aktiven, d.h. 659 Spin-offs, berücksichtigt. Ihre Aktivitäten generierten zusammen in der Schweiz eine BWS von geschätzten 2,2 Mrd. CHF und 22‘900 Arbeitsplätze.

Wissenstransfer: Die Institutionen des ETH-Bereichs unterstützen den Wissenstransfer mit der Wirtschaft und den Behörden: Dazu gehören Dienstleistungen wie Beratung, Auftragsforschung und Weiterbildung. 3‘000 bis 4‘000 Studierende absolvieren im Rahmen ihres Studiums Praktika in Unternehmen von durchschnittlich 12 Wochen pro Jahr. Dabei profitieren beide Seiten von neuen Kompetenzen, neuem Wissen und Erfahrungen. Der ETH-Bereich ermöglicht Unternehmen Zugang zu Grossforschungsanlagen auf Weltniveau, u.a. für Messzeiten an der Swiss Light Source (SLS). Unternehmen profitieren als Zulieferer von der Mitwirkung bei Entwicklung, Bau und Unterhalt dieser Forschungsanlagen. Das Zentrum für Protonentherapie des PSI mit der Behandlung tiefliegender Tumore verlängert das Leben und erhöht die Lebensqualität ihrer Patienten. Verschiedene Science-, Techno- und Innovationsparks im Umfeld von und mit Institutionen des ETH-Bereichs ziehen forschungsintensive Unternehmen an, stimulieren Forschungszusammenarbeit und bieten Platz und Kontaktmöglichkeiten für Start-up- und Spin-off-Firmen. So sind z.B. auf dem Gelände des EPFL Innovation Park um die 150 Firmen aktiv. All diese Aktivitäten tragen zur Intensivierung der Zusammenarbeit von Wirtschaft und Hochschulen und Förderung der Weiterentwicklung und Verbreitung der Anwendung neuer Technologien bei. Der Wissenstransfer des ETH-Bereichs generiert in der Schweiz schätzungsweise 3 Mrd. CHF BWS und 27‘200 Arbeitsplätze.
Die engen Kooperationsbeziehungen der Institutionen des ETH-Bereichs mit anderen akademischen Institutionen sowohl innerhalb der Schweiz als auch im Ausland, ihr reger Austausch mit der öffentlichen Verwaltung sowie ihre vielfältige und intensive Zusammenarbeit mit der Industrie bedeuten, dass der volle Wert der Wissensaustauschaktivitäten grösser als die Summe der einzelnen Beziehungen ist: Es besteht ein Netzwerkeffekt. Damit dürfte auch die tatsächliche BWS höher ausfallen als oben geschätzt.

Umfassende, nicht quantifizierbare Auswirkungen

Die Institutionen des ETH-Bereichs generieren einen umfassenden, nicht quantifizierbaren Mehrwert für den Einzelnen, die Wirtschaft, Wissenschaft und die Gesellschaft insgesamt, national wie international. Diese Leistungen sind unbedingt auch zu berücksichtigen, will man die Gesamtheit der Auswirkungen erfassen, die dem ETH-Bereich zuzurechnen sind. Dabei sei auf folgende Aspekte hingewiesen:

Die Institutionen des ETH-Bereichs tragen wesentlich zur Attraktivität und internationalen Reputation der Schweiz im Bereich Bildung, Forschung und Innovation bei. Investoren in Forschung und Entwicklung aus aller Welt suchen die Nähe zu hochqualifizierten Fachkräften und zu Kompetenzen und Leistungsfähigkeit in Forschung und Entwicklung. Sie haben sich deshalb nicht zuletzt wegen dem ETH-Bereich für den Standort Schweiz entschieden. Prominente Beispiele jüngeren Datums sind dafür Google, Disney Research (beide Zürich) und Nestlé Institute of Health Sciences (Lausanne), die Forschungszentren in der Schweiz in der Nähe oder in Partnerschaft mit Institutionen des ETH-Bereichs betreiben. Traditionell engste Verbindungen zum ETH-Bereich haben die Forschungslaboratorien von IBM, ABB, Novartis oder Roche, vgl. dazu z.B. die Partnerschaft der ETH Zürich im IBM Labor für Nanotechnologie in Rüschlikon/Zürich oder starke ausländische Firmen im Innovation Square EPFL aus dem IT-Bereich wie Intel, Texas Instruments und Cisco.

Darüber hinaus verfügen die Institutionen des ETH-Bereichs über ein seit langem etabliertes leistungsfähiges Netzwerk der Zusammenarbeit, sowohl innerhalb des ETH-Bereichs als auch mit anderen Hochschulen, mit der Wirtschaft und Verwaltung. Dies gilt nicht nur national sondern auch weltweit. Beispielhaft sei verwiesen auf das Singapore-ETH Centre (SEC) der ETH Zürich, das u.a. die Swiss Technology Impact Platform (STIP) zur Förderung von Firmenkontakten im asiatischen Raum startete, oder auf das Programm MOOCs Afrique, mit dem die EFPL speziell die Aus- und Weiterbildung in afrikanischen Partnerländern unterstützt. All dies führt über formelle und insbesondere auch informelle Kanäle zu einem intensiven und raschen Austausch von Erfahrungen und neuen Erkenntnissen, ein wichtiger Faktor für das sehr erfolgreiche Innovationssystem der Schweiz. Die grosse Internationalität der Institutionen bei den Studierenden, Mitarbeitenden und Professorinnen und Professoren und die vielfältige Vernetzung mit dem Ausland trägt nicht nur zu guten akademischen Kontakten bei, sondern auch zu potenziellen Geschäftsbeziehungen, zum kulturellen Austausch und zur Stärkung des gegenseitigen Verständnisses.

Institutionen des ETH-Bereichs leisten einen wichtigen Beitrag zur Bereitstellung öffentlicher Güter. Beispiele dafür sind Beiträge zur Verbesserung der ökologischen Situation: Technologien, Methoden und Wissen zur Reduktion der Luftverschmutzung, zur Verbesserung der Qualität des Wassers oder zur Vermeidung von Schäden in Landschaft und Natur sowie generell für eine nachhaltige Entwicklung. Wissenschaftliche Arbeiten beschäftigen sich mit der Qualität und Sicherheit der natürlichen Umwelt und ihrer Verbesserung oder der Überwachung von Naturgefahren wie Lawinen und der Prävention von Naturkatastrophen. Finanziell wirkt sich dies u.a. durch die Vermeidung von damit verbundenen potenziellen Kosten aus. Im Zuge dieser Leistungen unterstützen und beraten Institutionen des ETH-Bereichs Politik und öffentliche Verwaltung und tragen zur Verbesserung der Grundlagen für ihre Entscheidungen bei. Alle diese Beispiele spielen eine wichtige indirekte Rolle u.a. zugunsten der Lebensqualität und unterstützen damit Grundlagen für lebenswichtige Sektoren für die Schweizer Wirtschaft, z.B. für den Tourismus und die Landwirtschaft. Aufgrund der internationalen Vernetzung des ETH-Bereichs kommen diese Leistungen auch anderen Ländern zugute.

Die Institutionen des ETH-Bereichs geniessen in der Öffentlichkeit und den Medien eine starke Präsenz und tragen massgebend zum guten Image des Wissenschaftsstandortes Schweiz bei. Sie sind Marken, bilden einen starken «Brand» mit einer positiven Ausstrahlung. Sie wecken Assoziationen mit hoher wissenschaftlicher Qualität, Kompetenz, Beherrschung von neuen Technologien, Innovationen und Erfindungen. Dabei leisten sie auch einen substanziellen Beitrag zum Interesse an und zur Akzeptanz von neuem Wissen und bahnbrechenden Technologien in Wirtschaft und Gesellschaft, ein Effekt, der insbesondere auch Jugendliche in einer Zukunft gerichteten Berufswahl unterstützt.

Vergleiche

Das Ausmass des wirtschaftlichen Beitrags des ETH-Bereichs kann in Kontext gestellt werden mit Ergebnissen ähnlicher Studien von BiGGAR Economics über den wirtschaftlichen Beitrag von Hochschulen. Der Hebeleffekt der Beschäftigung von einem Arbeitsplatz des ETH-Bereichs zu vier  generierten ist vergleichbar dem Verhältnis für finnische Universitäten und etwas geringer als das Verhältnis für die LERU-Universitäten (League of European Research Universities) mit einem Durchschnitt von 1:6. Bei der Bruttowertschöpfung ist der Hebeleffekt des ETH-Bereichs mit 1 CHF : 5 CHF etwas geringer als die Quoten für die finnischen Universitäten mit € 1: € 8 und die LERU-Universitäten mit € 1: € 7.

Wichtig ist darauf hinzuweisen, dass hier nicht gleiches mit gleichem verglichen wird. Dafür sind verschiedene Faktoren verantwortlich, die generell die Leistungen des ETH-Bereichs etwas geringer erscheinen lassen: 1) die im Vergleich mit ausländischen Universitäten geringere Zahl der Absolventen und die Berechnung ihres Graduate Premium im Vergleich zu einem Abschluss einer Fachhochschule und nicht der Sekundarstufe II; 2) viele Universitäten lehren und forschen zusätzlich im Bereich der Medizin und haben vielfältige Verbindungen zu Spitälern; 3) die Alleinstellungsmerkmale des ETH-Bereichs wie grosse Forschungsinstitutionen, fachliche Ausrichtung und ihre besondere Art der Verbindung mit der Wirtschaft; 4) Differenzen in der Definition und Erhebung einzelner Daten.

Schlussfolgerungen

Die Schweiz verfügt über ein sehr leistungsfähiges und im internationalen Vergleich sehr erfolgreiches Innovationssystem. Bei der Entwicklung und Förderung dieses Systems spielen die Institutionen des ETH-Bereichs eine zentrale Rolle über ihre Lehre und Forschung, ihre hochqualifizierten Absolventen, ihr vielfältiges Kooperationsnetzwerk sowie die Qualität und das Ausmass ihrer Aktivitäten im Wissenstransfer. Sie haben einen über die Lehre und Forschung hinausgehenden Einfluss auf die ökonomische und ökologische Qualität in der Schweiz, den Fortschritt der Wissenschaft und die Gesundheit und den sozialen Zusammenhalt der Schweizer Bevölkerung.